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 Nützen teure Behandl. den Patienten oder der Pharmaindustrie 
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Beitrag Nützen teure Behandl. den Patienten oder der Pharmaindustrie
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In diesem kritischen Artikel finde ich mich wieder, zum Teil. Was geht, was nicht? Was ist angesagt, wann steigt man aus? Auch die Kosten meiner monatlichen Behandlungen sind immens. Kosten- Nutzenrechnung? Ich bin ein kleiner Teil im großem Gesundheitssystem. Viele sind ein großer Teil in diesem System...

Bei Ausschöpfung aller medizinischen Möglichkeiten (Medikamente) gewinne ich am Ende was? Zeit? Lebensqualität? Ein wenig mehr Zeit, diese allerdings mit Lebensquantität? Die unausweichliche Konsequenz, an einem Punkt des Krankheitsverlaufs, ist Sterben. Doch davor geht noch einiges an Machbarem. Jeder kann das nur für sich entscheiden, so lange er diese "Freiheit" hat. So bald es von anderen entschieden wird, bekommt es einen ganz anderen Geschmack.

Ein schweres Thema....!

Regina





Zitat:
http://www.profil.at/articles/1005/560/ ... aindustrie


Nützen teure Behandlungen den Krebspatienten oder der Pharmaindustrie?

Mit gigantischem therapeutischem und finanziellem Aufwand versuchen Ärzte, das Leben von Krebspatienten zu verlängern – mit oft marginalem Nutzen. Nun entbrennt eine heikle Debatte über die milliardenschweren Blockbuster der Pharmaindustrie: Wie erstrebenswert ist es für unheilbar kranke Menschen, den Tod ein paar Monate hinauszuzögern?

Der Befund war knapp und präzise: „Die Überprüfung hat ergeben, dass keinerlei Anhaltspunkte für einen medizinischen Behandlungsfehler vorliegen“, heißt es im Schreiben des Niederösterreichischen Patientenanwalts Gerald Bachinger, das am 21. Dezember 2009 an den Primar des betroffenen Krankenhauses ging. Davon abgesehen sei bei der Behandlung des im Alter von 65 Jahren verstorbenen Krebspatienten Rudolf N. aber fast alles schiefgegangen. „Ihm wurde eine, wie sich herausstellte, fachlich völlig unrealistische Hoffnung auf eine Therapie gemacht“, konstatiert Bachinger. „Damit hat man ihm die letzten Monate seines Lebens genommen.“
Rudolf N. erkrankte, kurz nachdem er in Pension gegangen war, an einem Nierenzellkarzinom. Nach der Entfernung des befallenen Organs und der ersten Therapierunde fühlte er sich hervorragend, erinnert sich seine Tochter Liese S. „Sogar als sich herausstellte, dass der Krebs nicht geheilt war, vermittelten ihm die Ärzte die Hoffnung, dass alles halb so wild wäre.“ Ihr Vater, sagt sie, war immer ein reiselustiger Mann, und er sprach oft davon, dass er in der Pension unbedingt eine Weltreise machen wollte. Gleichzeitig hatte er aber auch geplant, die Fassade seines Hauses neu zu verputzen und das Dach zu sanieren. „Ermutigt von den Ärzten, hat er die letzten guten Monate, die ihm noch blieben, mit dieser unnützen Arbeit verschwendet“, ärgert sich Liese S. „Und so hat er sich gar nichts mehr gegönnt.“
Kurz nachdem sein Haus frisch renoviert war, wurden die von den Metas­tasen ausgelösten Symptome heftiger. Die Ärzte empfahlen Rudolf N. eine neue Chemotherapie sowie Sorafenib – einen neuartigen Wirkstoff, der pro Monatsdosis mehr als 5700 Euro kostet. „Genützt hat es nichts“, berichtet seine Tochter. „Er sah nichts mehr und hatte irre Kopfschmerzen. Die letzten vier Monate waren furchtbar.“
Die Tendenz, Patienten bis kurz vor dem Tod mit massivem Therapieaufwand und enormen Kosten zu behandeln, verstärkt sich, ausgehend von den USA, auch in Europa zusehends. Oft übersteigen die Kosten der Therapie in den letzten Lebensmonaten sämtliche im ganzen Leben davor konsumierten medizinischen Leistungen – speziell in der Krebstherapie. Hauptgrund ist das von der pharmazeutischen Industrie bereitgestellte, immer breitere Arsenal an Wirkstoffen. „Früher hatten wir etwa bei Dickdarmkrebs nach dem ersten Chemotherapie-Durchgang oft nichts mehr“, sagt der Grazer Onkologe Hellmut Samonigg. „Jetzt wissen wir, dass man auch noch eine Dritt- und Viertlinientherapie anwenden kann.“ Und das lasse sich mittlerweile auf fast alle Tumoren übertragen. „Damit steigt natürlich auch die Versuchung für Ärzte, das in einer späten Krankheitsphase einzusetzen.“

Zahlenspiele
Die Effekte sind meist bescheiden, die Kosten hingegen enorm. In dem im kommenden März im Verlag Orac erscheinenden Buch „Zahlenspiele der Medizin“, herausgegeben von den Wiener Gesundheitsexpertinnen Claudia Wild und Brigitte Piso, findet sich eine Übersicht zum Verhältnis von Kosten und Nutzen für einige der gebräuchlichsten neuen Bestseller am Zytostatika-Markt. Behandlungskosten im Gegenwert einer Luxuslimousine stehen dabei allerdings vergleichsweise bescheidenen Gewinnen an Lebenszeit gegenüber.
Und mitunter sind nicht einmal solche dokumentierbar. Den Vogel schoss hierbei ein im Dezember in den USA präsentiertes neues Präparat namens Folotyn ab, das gar keinen Lebenszeitgewinn erbrachte. Es wurde dennoch von der Behörde FDA zugelassen, weil es bei zwölf Prozent der Patienten eine über drei Monate dauernde Reduktion der Tumorgröße bewirkte. Der größte Trumpf des Medikaments ist jedoch
sein Einsatzgebiet: ein seltenes Lymphom, bei dem es bislang keinen Wirkstoff gab. Und diese Monopolsituation nutzte die Herstellerfirma Allos, um mit Behandlungskosten von mehr als 30.000 US-Dollar pro Monat einen neuen Rekord aufzustellen. Ein typischer Behandlungszyklus käme auf 126.000 Dollar. In
Kürze wird die Zulassung für Europa erwartet.
Für die Gesundheitspolitik ergibt sich das Dilemma, dass sie – speziell beim sensiblen Thema der Therapie von Todkranken – extrem erpressbar wird. Nichts fürchten Politiker mehr als einen Professor, der eine Pressekonferenz veranstaltet, weil seine Therapievorschläge nicht bezahlt werden, wie das vor einigen Jahren Christoph Zielinski vorexerzierte. Der Wiener Star-Onkologe hatte gewarnt, dass Krebspatienten die Behandlungskosten künftig selbst tragen müssen, wenn die Gesundheitspolitik nicht schleunigst vorsorge. Binnen Kurzem sicherte Bürgermeister Michael Häupl zu, dass die teuren Therapien selbstverständlich weiterhin für alle übernommen werden.
Da Krebsmedikamente meist in den Spitälern verabreicht werden, sind die Krankenkassen, die hier nur eine Pauschale bezahlen, wenig betroffen. Die Spitalserhalter jedoch stöhnen. „Im Bereich der Krebsmittel sind weitgehend Monopolisten unterwegs, die den Preis nach Gutdünken in die Höhe treiben“, klagt Herbert Atzlinger, Prokurist der Vinzenz-Gruppe, die österreichweit sieben Ordensspitäler betreibt.
Und auch im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) mit seinen zwölf Spitälern schlagen sich die neuen Krebsmittel schwer aufs Budget. Seit 2006 stiegen die Kosten um 29 Prozent auf einen Rekordwert von 44,2 Millionen im Jahr 2009. Damit verbrauchen die Zytostatika bereits mehr als ein Drittel des gesamten Arzneimittelbudgets. „Bisher ist es gelungen, die Kosten der Krebstherapie über Preis- und Verbrauchssenkungen auf anderen Gebieten abzufangen“, erklärt Wolfgang Gerold, der im KAV für das Arzneimittelbudget verantwortlich ist. „Ein Qualitätsverlust für andere Patienten ist dadurch natürlich nicht entstanden“, fügt er rasch hinzu.
Die Krebsmediziner stehen vor einem Dilemma. So fällt es sogar ausgewiesenen Spezialisten schwer, sich in dem Wust an Medikamenten, die bereits am Markt sind, zurechtzufinden. Und die Situation spitzt sich weiter zu: In den kommenden fünf Jahren wird die Zulassung von weiteren 30 bis 50 neuen Wirkstoffen erwartet. Die zugehörigen Studien seien zudem nicht unproblematisch, kritisiert Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Deutschen Arzneimittelkommission, weil sie fast ausschließlich von den Herstellern finanziert wurden. „Die Industrie ist über Design und Auswertung der Studien in der Lage, fast immer ein Ergebnis zu erzeugen, das einen Vorteil für das eigene Mittel belegt“, so Ludwig. Unabhängig finanzierte Studien seien jedoch Mangelware.

Ausbildungsmanko
Zudem gehört das Gespräch mit todkranken Patienten, die Aufklärung darüber, dass eine weitere Therapie keine Chance mehr bietet, zu den schwierigsten Aufgaben im Arztberuf. Weder im Studium noch in der Ausbildung im Turnus werden die angehenden Onkologen ausreichend darauf vorbereitet. Es ist deshalb für viele einfacher, die nächste Therapierunde zu verordnen, als den Mut für ein klärendes Gespräch aufzubringen.
Die Ärzte werden aber auch Opfer ihres eigenen Wunschdenkens. „Sehr oft ist es nicht mehr der Wille der Patienten, immer weiter gegen eine Tumor­erkrankung anzukämpfen“, sagt Samonigg. „Aber dem stehen viele Ärzte gegenüber, die diesen Schritt ganz schwer oder gar nicht schaffen.“ Den Grund dafür vermutet Samonigg in den „Wundern des Alltags“, die doch immer wieder auftreten: wenn plötzlich eine Therapie in einer Phase noch Wirkung zeigt, in der eigentlich niemand mehr damit gerechnet hat. Und das werde dann immer wieder von den Ärzten als Anreiz gewertet, möglichst viele Patienten doch noch zu behandeln. Samonigg: „Aber das ist natürlich falsch, weil wenn sie einen sehen, bei dem die Therapie wider Erwarten doch noch gegriffen hat, behandeln sie 99, bei denen sie nur die Nebenwirkungen haben.“ Ein Mittel, jenen einen Patienten zu identifizieren, bei dem die Therapie hilft, gebe es aber leider noch nicht.
Etwa die Hälfte der Krebspatienten befindet sich bei Diagnosestellung im fortgeschrittenen Stadium, in dem meist keine Heilung mehr möglich ist. Die Therapie konzentriert sich bei ihnen auf Lebensverlängerung sowie eine Linderung der Symptome bei möglichst guter Lebensqualität. „In der Praxis schließen sich diese beiden Ziele aber leider oft gegenseitig aus“, berichtet Hans Zoidl, Leiter der Palliativstation am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz. Zwar haben die neueren Generationen der Tumortherapien oft auch weniger Nebenwirkungen, und diese sind auch besser behandelbar, besonders das gefürchtete Erbrechen. Eine ausgeprägte Appetitlosigkeit mit Ausbildung einer Mangelernährung ist aber häufig. „Manche werden sehr schwach und kommen nicht mehr aus dem Bett“, sagt Zoidl. „Und was hat eine kleine Lebensverlängerung für eine Bedeutung, wenn die Leute verhungern?“ Dies sei eine der wichtigsten Fragen an Krebskranke: „Was essen Sie?“ Und sehr oft laute die Antwort: „Na, viel ist es nicht.“ Hier kommt es längst nicht mehr darauf an, die vage Hoffnung auf Heilung zu wecken durch therapeutischen Aktionismus, sondern darauf, zu stärken, was noch da ist. Eine spezielle Tumortherapie lehne er dabei keinesfalls ab, sagt Zoidl. „Wenn sie Leben verlängern und Symptome lindern kann.“ Falls das aber nicht realistisch scheint, so müsse es in erster Linie darum gehen, die Patienten nicht zusätzlich zu schwächen. Dadurch erst hätten sie die Chance, ihre Dinge zu ordnen und die letzten Monate bei guter Lebensqualität im Kreis der Familie zu verbringen.

Heilungschance
Arbeiten, in denen die Therapiewünsche der Krebskranken selbst wissenschaftlich erhoben wurden, sind eher rar und mehrheitlich schon älteren Datums. Sie belegen im Regelfall den Willen, sich radikalen Therapien zu unterziehen und jede noch so kleine Chance auf eine vollständige Heilung zu ergreifen. In einer britischen Untersuchung aus dem Jahr 1990 unter 100 Krebspatienten gaben diese an, sie würden einer Chemotherapie zustimmen, sobald die Heilungschance zumindest bei einem Prozent liege. Die befragten Onkologen hielten im Schnitt eine Chance von zehn Prozent für sinnvoll, Krankenschwestern mit onkologischer Tätigkeit sogar eine von 25 bis 50 Prozent. In diese Bandbreite fielen auch die Antworten einer gesunden Kontrollgruppe von Angehörigen der Krebskranken sowie von Medizinstudenten.
Erfolgte die Chemotherapie nicht in der Absicht, eine Heilung zu bewirken, sondern eine Lebenszeitverlängerung, so erwarteten Tumorpatienten drei bis zwölf Monate Überlebenszeitgewinn, Onkologen sechs bis zwölf, praktische Ärzte und Krankenschwestern zwölf bis 24 Monate und die gesunde Vergleichsgruppe sogar zwei bis fünf Jahre. „An diesen Ergebnissen kann man gut ablesen, wie sehr die Wertschätzung bestimmter Größenordnungen von Überlebenszeit davon abhängt, ob man selbst von Krankheit betroffen ist“, erklärt dazu der Salzburger Onkologe Richard Greil.
In einer niederländischen Arbeit aus dem Jahr 2003 wurden 140 Patienten mit metastasiertem Tumor befragt, ob sie eine Chemotherapie machen oder lieber darauf verzichten und die bestmögliche unterstützende Pflege in Anspruch nehmen wollten. Bevor sie zum abschließenden Gespräch mit ihrem Therapeuten gingen, favorisierten zwei Drittel die Therapie, speziell die Jüngeren. Nach dem Gespräch blieben drei von vier bei ihrem Vorhaben. Am entschiedensten wählten interessanterweise jene die Therapie, die in der Befragung den stärksten Willen signalisierten, ihren Krankheitsprozess selbst zu kontrollieren, sowie jene mit dem stärksten Wunsch, möglichst lange zu leben. Unter den Verweigerern der Therapie überwog das Bedürfnis, die verbliebene Zeit noch bei möglichst guter Qualität zu verbringen.

Durchbruch
Seit die Untersuchungen durchgeführt wurden, kamen unzählige neue Wirkstoffe auf den Markt. Trastuzumab (Handelsname Herceptin), eines der bekanntesten Mittel aus der Klasse der so genannten monoklonalen Antikörper, wurde im Jahr 2000 für Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs in der EU zugelassen. Seither sind in der Krebstherapie mehr als 20 derartige Wirkstoffe im Einsatz – erkennbar an der Wortendung „-mab“ (für „monoclonal antibody“).
Enormen Zuwachs gab es auch in der Substanzklasse der so genannten „small molecules“, die als Sammelname für verschiedene Wirkmechanismen fungieren, die unter anderem die Signalübertragung in der Tumorzelle stören. Das bekannteste Beispiel ist Imatinib (Handelsname Glivec), ein Molekül, das speziell für eine häufige Form der Leukämie entwickelt wurde. Das ungezügelte Wachstum wird hier über ein Signal ausgelöst, das aufgrund eines genetischen Schadens dauerhaft aktiviert ist und die rasante Vermehrung von weißen Blutkörperchen auslöst. Imatinib bindet speziell an diese Stellen und schaltet das verhängnisvolle Signal ab. „Das ist einer der wenigen neuen Wirkstoffe, die einen echten Durchbruch darstellen“, sagt Onkologe Wolf-Dieter Ludwig. Die Überlebenszeit bei dieser Leukämieform betrug zuvor etwa drei bis fünf Jahre, und zur Behandlung war eine Stammzelltransplantation nötig. Mithilfe von Imatinib sind bei etwa drei Viertel dieser Patienten keine Metastasen mehr nachweisbar, fast alle erreichen eine Normalisierung des Blutbilds.
Leider lässt sich dieser Erfolg schwer auf andere Krebsformen übertragen. „Bei soliden Tumoren wie Darmkrebs oder Bauchspeicheldrüsenkrebs haben wir häufig zehn bis zwölf unterschiedliche Signalwege, die infolge der bösartigen Entartung der Zellen verändert sind“, erklärt Ludwig. „Diese können wir gar nicht gezielt attackieren, weil wir nicht genau wissen, welcher Signalweg entscheidend für das bösartige Wachstum der Zelle ist.“
Die neuen tumorspezifischen Wirkstoffe haben die klassischen Zytostatika nicht verdrängt. Im Gegenteil, viele dieser Medikamente wirken nur dann, wenn sie gemeinsam mit einer herkömmlichen Chemotherapie eingesetzt werden. Für die Pharmaunternehmen ist es aber kaum noch rentabel, in deren Verbesserung zu investieren, weil für die neuen Mittel deutlich bessere Preise zu erzielen sind. Allein mit Imatinib, das nur bei einem vergleichsweise sehr seltenen Krebs eingesetzt wird, erzielt Novartis etwa 50 Prozent des Umsatzvolumens aller ambulant verordneten Zytostatika zusammen.
Kritik an der Preisgestaltung weisen die Hersteller stets vehement zurück. Immerhin dauere die Entwicklung eines Arzneimittels bis zu zehn Jahre und verursache dabei Kosten von 800 Millionen Dollar, argumentiert Novartis-Sprecherin Doris Madlberger. „Und nur wenige Wirkstoffe schaffen es schließlich, als Arzneimittel auf den Markt zu gelangen, bis zum Patentablauf.“ Da stünden eben nur sieben bis acht Jahre effektive Zeit zur Verfügung, um den Aufwand wieder einzuspielen.
Nicole Gorfer, Sprecherin des Schweizer Roche-Konzerns, des umsatzstärksten Players am Markt der Krebsmedikamente, vertritt die Ansicht, dass die im neuen Buch von Wild und Piso errechneten Behandlungskosten bezüglich der Roche-Produkte teils zu hoch angesetzt seien und auch die Überlebensraten im Detail nicht mit den konzerninternen Berechnungen übereinstimmten. Dass die Industrie ihre Studien nach Gutdünken gestalte, um die gewünschten Ergebnisse zu bekommen, sei ebenfalls unwahr. Vielmehr entspreche es dem Wunsch der Behörden, in den Studien nicht das Gesamtüberleben, sondern vielmehr die Zeit bis zum Fortschreiten des Tumorwachstums zu messen: „Sämtliche Zulassungsbehörden verlangen dieses progressionsfreie Überleben als primären Endpunkt für eine Zulassung, deshalb sind die meisten Studien darauf ausgerichtet.“
Wie gravierend sich dieser Unterschied auswirkt, haben Claudia Wild und ihre Mitarbeiter an zwei Beispielen zum Brust- und Nierenkrebs illustriert. So ist der Roche-Bestseller Avastin, wenn er zusätzlich zur herkömmlichen Therapie verabreicht wird, in der Lage, die Zeitspanne bis zum Fortschreiten des Tumorwachstums zu verdoppeln. Bei Brustkrebs von 6,7 auf 13,3 – bei Nierenkrebs von 5,4 auf 10,2 Monate. Wild: „Eine Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit ist jedoch in beiden Fällen nicht nachgewiesen.“

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Zuletzt geändert von Zaubermaus am So, 07. Feb 2010 11:08, insgesamt 1-mal geändert.
ich habe das 2. quote heraus genommen :-)


So, 07. Feb 2010 10:59
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Beitrag Re: Nützen teure Behandl. den Patienten oder der Pharmaindustrie
Ich mag es nicht in Frage stellen ob die teure Therapie wirklich mir nützt oder der Pharmaindustrie. Ich will einfach glaube dass es für mich das Beste ist.
Stutzig macht mich dass auf einmal z.B. Tamoxifen nicht mehr das hochgepriesene Medikament ist welches man auch postmenopausalen Patientinnen erst mal verschreibt. Jetzt muss es Aromasin o.ä. von Anfang an sein. Der Preisunterschied ist enorm und die Pharmaindustrie finanziert entsprechende Informationsveranstaltungen. Aber auch da möchte ich einfach den Ärzten glauben die mir eine verbesserte Wirkung versprechen, möchte glauben dass sie auch dahinter stehen und nicht nur pro Pharmakonzern reden.........
Im Falle des fortgeschrittenen Krebses bin ich froh, dass es immer weitere Behandlungsmöglichkeiten gibt. Und ich möchte behaupten dass jeder für die Patientin halbwegs als lebenswert empfundene Tag die Kosten wert ist. Hoffen wir dass da nicht irgendwann der dicke Rotstift angesetzt wird.

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Liebe Grüße Lena


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So, 07. Feb 2010 16:00
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Beitrag Re: Nützen teure Behandl. den Patienten oder der Pharmaindustrie
Hallo,
da haben wir wieder die Diskussion um die Äußerungen des KV-Funktionärs Hansen, nur diesmal etwas ausführlicher.
Es gibt dazu keine einfachen Lösungen, vielleicht überhaupt keine Antworten. Wir verstehen viel zu wenig vom Mechanismus der Tumorerkrankungen. Es ist bei Krebserkrankungen viel schwieriger als sonst in der Medizin, das Ergebnis von Statistiken auf das Individuum herunterzubrechen. Tumorerkrankungen sind immer auch Erkrankungen der Seele...
Nur ein paar Fakten, für die ich mich verbürge:
1. Nur mit Hilfe der Pharma-Industrie wird die Forschung vorangebracht.
2. Es ist überhaupt kein Problem, die Forschungsergebnisse im Sinne der Investoren (=Pharma-Industrie) zu manipulieren, so daß es nur absolute Super-Spezialisten bemerken können. Manipulation findet statt (glaube ich felsenfest!).
3. Die forschenden Pharma-Firmen dürfen und sollen Gewinn machen können.

Der Weg ist noch unendlich weit (100 Jahre, 200 Jahre?), bis wir ähnlich wie bei Infektionserkrankungen vorhersagen können, welcher Patient in welchem Erkrankungsstadium von welcher Kombinationstherapie profitiert. Wir müssen noch unendlich viel mehr über Krebserkrankungen lernen.
Bis dahin? Hilft nur Vertrauen und Glauben für den einzelnen Patienten.
C.


So, 07. Feb 2010 19:30
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Beitrag Re: Nützen teure Behandl. den Patienten oder der Pharmaindustrie
hallo christoph,

ich bin in fast allen punkten mit dir einer meinung. nur, - "Tumorerkrankungen sind immer auch Erkrankungen der Seele...", da bin ich mir nicht so sicher. meinst du vorher oder nachher? nicht immer ist/bleibt auch die seele krank, abgesehen vom ersten schock und während der behandlung, da leidet die seele mit, wie auch bei anderen schweren erkrankungen. aber sie heilt wieder, denke ich...abgesehen davon, dass man sich nie wieder so sicher fühlt wie vorher, weil man nun definitiv weiß, dass man sterblich ist. ein anderes "wissen" als vorher.

lg kathi

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Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher. Charlie Rivel


So, 07. Feb 2010 19:56
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Beitrag Re: Nützen teure Behandl. den Patienten oder der Pharmaindustrie
GUTEN ABEND IHR LIEBEN!
auch noch ein paar worte von mir...
mal so - dieser niederösterreichische patient, der als beispiel herhalten muss, was wollte er wissen? was hat er gefragt? wie "sinnlos" fand er das hausrenovieren wirklich. finde es schon problematisch, solche "halben" infos - einschätzungen - der betroffene kann dazu nichts mehr sagen...
ich habe eine freundin, die an metastasierendem lungenkrebs leidet. sie will defintiv nicht "alles" wissen.
nichtwissen ist in gewisser weise auch ein schutz. und patientInnen müssen dies auch "dürfen"! (auch wenn sie in den augen der angehörigen VIELLEICHT sinnloses tun in ihrer letzten lebensphase...)

pharmaindustrie und profit
sind ein heikles thema. nach wie vor glaube ich, dass medizinische forschung in die hände des staates gehört (hoffen wir, dass dieser ein wenig vertrauen verdient...) und dass profite allen zugutekommen sollen, den patientInnen, aber auch den gesunden.

von wegen: das brustkrebsgen BRCA 1 war eine weile im privateigentum einiger konzerne, dies wurde aufgehoben, da damit die gefahr bestand, dass die forschung (anderer konzerne) damit gebremst würde. (vgl. bericht von greenpeace, aber auch östereichischer rundfunk)
"Forschung nur mit Lizenzgebühren-Mit dem Patent auf das Gen BRCA1 hat Myriad ein Monopol auf alle Funktionen des Gens erhalten, obwohl die Firma nur Verfahren zur Diagnose von Brustkrebs entwickelt habe, kritisiert Greenpeace. Das bedeute, dass andere Wissenschafter und Firmen nur noch mit Zustimmung von Myriad und gegen Lizenzgebühren an BRCA1 forschen und die Ergebnisse verwerten dürfen." (http://sciencev1.orf.at/science/news/15801)

ja, es hilft nur vertrauen. und hoffnung. noch 100 jahre hoffen...

liebe regina: das geld sollte jedenfalls an zweiter stelle stehen. wir leben - glücklicherweise - in "reichen ländern". in (ex)jugoslawien, so las ich, gibt/gab es keine/nur in wenigen fällen chemotherapie - erschreckend! (dafür liegt radioaktive munition herum, mich schaudert!)

die andere frage, WAS man/frau gewinnt, da möchte ich mich dir, christoph anschließen: es gibt keine einfachen antworten.
und, aber lieber christoph, ich möchte dir auch widersprechen: tumorerkrankungen halte ich nicht für erkrankungen der seele, zumindest nicht mehr als jede schwerwiegende krankheit. oder vielleicht JEDE krankheit?

liebe regina, ich hoffe, dass dir die therapie VIEL bringt und hoffe dies auch für alle anderen, die teure (und oft quälende) therapien benötigen.
denke gerade an lucia, christoph, einen besonderen gruß an euch!

noch was: quantität und qualität hängen zusammen. ich finde es irreführend, wenn man das "nur" gegensätzlich sieht. es lebt sich einfach anders mit dem gefühl, dass es (therapie)optionen gibt - davon bin ich überzeugt.

ich umarme euch
suzie


So, 07. Feb 2010 20:07
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Beitrag Re: Nützen teure Behandl. den Patienten oder der Pharmaindustrie
Hallo Schnucks und suzie,
mit "Tumorerkrankungen sind immer auch eine Erkrankung de Seele" wollte ich nicht sagen, daß ich ich sie etwa für psychosomatische Erkrankungen halte. Sondern nur ganz banal: die Tumor-Diagnose mit ihren lebensbedrohlichen Implikationen beschäftigt die Psyche viel mehr als die Diagnose Schnupfen oder Harnwegsinfekt. Und natürlich hängt das dann auch vom Tumorstadium ab, von den Behandlungsmöglichkeiten, und das alles ändert sich auch im Ablauf der Zeit: wenn ein Patient die Erstdiagnose schon einige Zeit hinter sich weiß, wächst sein Vertrauen... usw.
Aber es ging in dem Artikel - so wie ich ihn verstanden habe - ja wohl in erster Linie um Patienten in fortgeschrittenen Tumorstadien. Und da ist es unendlich schwierig, nein unmöglich, einen für alle Fälle gültigen Weg vorzuschlagen. Hoffnung und Resignation, Lebensmut und Überdruß, Einschränkungen durch die Krankheit und Nebenwirkungen durch die Therapie, dazu die jeweilige individuelle Biographie und Lebenssituation...und die Zeit - die Kräfte lassen nach...Wir alle lesen ja, wie z.b. Regina (=1 x1 Individuum) sich Tag für Tag durchkämpft, wie bei ihr auf bitterschwarzen Überdruß vorsichtig hoffnungsfrohe Planungsbereitschaft folgt...Wie sollen da irgendwelche Verallgemeinerungen möglich sein?
C


So, 07. Feb 2010 20:46
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Beitrag Re: Nützen teure Behandl. den Patienten oder der Pharmaindustrie
ja, das sehe ich auch so, christoph. obwohl ich mich nicht im fortgeschrittenen stadium gehöre und ich natürlich hoffe und mir wünsche, dass sich das auch nicht ändert, kann ich mir vorstellen, dass die seele je mehr leidet, desto weiter die krankheit fortschreitet. körper und seele gehören ja zusammen. manche menschen erreichen aber auch zum schluss eine art von seelenfrieden und innerer gelassenheit. so war es jedenfalls bei meinem vater, der an darmkrebs gestorben ist. allerdings war er schon ein alter mensch und dazu sehr gläubig.
lg kathi

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So, 07. Feb 2010 23:21
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Beitrag Re: Nützen teure Behandl. den Patienten oder der Pharmaindustrie
Hallo ihr Lieben,

in diesem Artikel ist für mich sehr viel mehr verpackt, als die Diskussion um die Pharmaindustrie, das Geld. Sie erhält immer wieder ihre Schelte. Mir ist sehr wohl bewusst, das ich ohne sie gar nicht mehr vor Ort wäre, so bin ich froh um sie! Die Pharmaindustrie ist nicht entstanden um uns Kranken allein zu helfen, sondern um ihren Profit mit uns zu machen. Welcher Unternehmer will das nicht? Und ja suzie, wir leben in reichen Ländern, können darüber froh sein, was uns allen zu Teil wird. Das ist der Ist Zustand, jetzt. Und weil das so ist, wird in unserem Land geforscht, weiter geforscht, und dies nicht ohne die Pharmaindustrie.


Zitat:
2. Es ist überhaupt kein Problem, die Forschungsergebnisse im Sinne der Investoren (=Pharma-Industrie) zu manipulieren, so daß es nur absolute Super-Spezialisten bemerken können. Manipulation findet statt (glaube ich felsenfest!).


Und da ist einer der Knackpunkte! Manipulation, wer kann sich davon frei sprechen? Vor allem, wenn es um größere Summen, größere Geschenke, Annehmlichkeiten geht, die immer wieder im Angebot sind. Das dies durchaus üblich ist, wenn die Pharmaindustrie- Referenten ihr Schäflein Arzt aufsuchen, einladen, ist hinlänglich bekannt. Da gibt es einen Bonus (Belohnung), gestaffelt danach, wie oft der Arzt welches Medikament verschreibt. Da mag ich, und da traue ich mich, mit diesem Wissen zu fragen, ob der Arzt, mein Arzt wirklich immer nur das für mich Beste im Auge hat?

Für mich geht der Kern des Artikels, so lese ich es, um die letzte Zeit des Krebspatienten, der Phase, wo der Tod nahe, unausweichlich ist. Ich lese es so, das hinterfragt wird, was am Ende eine Behandlung an Nutzen für den Patienten bringt. Oder ob sie am Ende allein nutzen, Profit für die Pharmaindustrie ist.

Zitat:
In der Praxis schließen sich diese beiden Ziele aber leider oft gegenseitig aus“, berichtet Hans Zoidl, Leiter der Palliativstation am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz. Zwar haben die neueren Generationen der Tumortherapien oft auch weniger Nebenwirkungen, und diese sind auch besser behandelbar, besonders das gefürchtete Erbrechen. Eine ausgeprägte Appetitlosigkeit mit Ausbildung einer Mangelernährung ist aber häufig. „Manche werden sehr schwach und kommen nicht mehr aus dem Bett“, sagt Zoidl. „Und was hat eine kleine Lebensverlängerung für eine Bedeutung, wenn die Leute verhungern?“


Und ich empfinde diese Frage nicht als empörend, sondern durchaus angebracht. Es ist viel möglich, machbar, doch ist das immer ein Gewinn für den Patienten? In einem anderem Forum, in dem alle Krebsarten Thema sind, liest man viel von Angehörigen. Man liest ihre Ängste, ihre Hoffnung, und man liest, was diese beiden Gefühle ergeben können, wenn die Nachricht lautet, tut uns leid, da können wir nichts mehr für ihren Verwandten tun, er wird in den nächsten Wochen seinem Leiden erliegen. Da werden Todkranke in eine weitere Klinik gereicht, dort finden sich nicht selten Ärzte die die Hoffnung schüren, noch eine Behandlungsoption anbieten. Und dann liest man nicht selten in ihren Berichten, das der Verwandte sich dieser Behandlung unterzog, diese ihm weitere Leiden, schwere Nebenwirkungen zufügte um 2-3 Wochen, vielleicht auch 2 Monate später zu versterben. Was diese Ärzte motiviert? Keine Ahnung, alle meine Gedanken dazu sind da reine Spekulation. Und auch da traue ich mich zu fragen, ist das im Sinne des Verstorbenem? Und ja, ich traue mich da auch auf die Kosten zu kommen. Muss alles gemacht werden, was machbar ist? Ist dies im Sinne eines Sterbenden?


Zitat:
Ausbildungsmanko
Zudem gehört das Gespräch mit todkranken Patienten, die Aufklärung darüber, dass eine weitere Therapie keine Chance mehr bietet, zu den schwierigsten Aufgaben im Arztberuf. Weder im Studium noch in der Ausbildung im Turnus werden die angehenden Onkologen ausreichend darauf vorbereitet. Es ist deshalb für viele einfacher, die nächste Therapierunde zu verordnen, als den Mut für ein klärendes Gespräch aufzubringen.


Diese Aussage ist auch ein Punkt, der mich beschäftigt. Ein Arzt handelt nicht mit Äpfeln und Birnen. Und ein Arzt ist sicher nicht allein Arzt geworden, weil es ein einträglicher Beruf ist. An erster Stelle unterstelle ich den meisten Ärzten ein Interesse am Menschen und ihren Erkrankungen, also helfen zu wollen den Mensch gesund und lebenstüchtig zu erhalten. Onkologen, deren Klientel nun mal hauptsächlich aus Krebskranken besteht, gehen täglich mit Leben und dem Tod um. Ihre Patienten möchten von ihnen Hoffnung bekommen, nicht allein durch die verordneten Medikamente, sondern auch durch ein positives Zeichen, Gespräche. Er betreut viele Menschen über Jahre, erlebt den Verlauf, es baut sich eine Beziehung zu ihm auf. So erlebe ich es auch selbst, seit nun fast 2 Jahren. Es fordert sicher eine tüchtige Portion Mut, Courage dies auszusprechen. Kann man das lernen, routiniert beherrschen? Ich möchte es nicht sein, der diese Nachricht überbringen muss. Allerdings möchte ich auch nicht die Patientin sein, der man an Stelle dieser Wahrheit lieber noch eine weitere Chemie verpasst, wohl wissend, das sie nicht mehr hilft und vielleicht hoffend, das sie es zum nächsten Praxistermin nicht mehr schafft, und so dem Gespräch entgehen kann.

Zitat:
da haben wir wieder die Diskussion um die Äußerungen des KV-Funktionärs Hansen, nur diesmal etwas ausführlicher.
Es gibt dazu keine einfachen Lösungen, vielleicht überhaupt keine Antworten. Wir verstehen viel zu wenig vom Mechanismus der Tumorerkrankungen. Es ist bei Krebserkrankungen viel schwieriger als sonst in der Medizin, das Ergebnis von Statistiken auf das Individuum herunterzubrechen.


Nein, einfache Lösungen wird es lange noch nicht geben. Antworten? Traue mich noch mal :wink: So lange es Forschung gibt, die dazu gehörige Pharmaindustrie, neue Medikamente die mit großem HALLO auf den Markt kommen, so lange werden Patienten hoffen und erwarten, das sie behandelt werden, das ihnen genau dieses Medikament hilft, egal was es kostet, egal welche Nebenwirkungen es mit sich bringt. Die Statistiken zum Medikament, die kennt er meist gar nicht und will sie auch nicht kennen lernen, denn diese können die Hoffnung nehmen. Die Überschrift des Artikels lautet... Nützen teure Behandlungen den Patienten oder der Pharmaindustrie... ?

Beiden kommt Nutzen zu. Die Patienten und die Pharmaindustrie "leben" davon...

Regina








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Mo, 08. Feb 2010 00:38
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Beitrag Re: Nützen teure Behandl. den Patienten oder der Pharmaindustrie
liebe regina,
du hast recht - der artikel spricht noch einiges mehr an.

ich füge hinzu, dass viele ärzte erstens sich selbst nicht ganz klarmachen können/wollen, wo ihre macht zu ende ist, zweitens WISSEN sie es oft auch nicht, und drittens (das schreibst du ja), haben sie auch angst.
ich erinnere mich auch, dass meine onko-gyn, die sehr direkt ist, einmal zu mir sagte: "wenn Sie metastasieren, werden Sie an diesem krebs sterben", mein onkologe sagte: "wenn Sie metastasieren, müssen wir Sie als chronisch krank betrachten."
2 aussagen, beide sind "wahr", die erstere nicht ganz (ich kann auch trotz krebs zb. ein mordopfer werden - oder aber eine dieser personen, die aus medizinisch unerfindlichen gründen weiterleben - sehr selten, aber möglich) - die zweite aussage "chronisch krank" entspricht einem wunsch der medizin (und stimmt auch), klammert aber den tod aus.

als ich klein war, dachte ich, man wird arzt, damit man nicht krank wird. haha!

postbussi
suzie

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drei hasenherzen tanzen im mondschein
im wiesenwinkel am see
das eine ist eine löwin
das andere eine möwin
das dritte ist ein reh
(frei nach christian morgenstern)


Mo, 08. Feb 2010 12:51
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